Leonardspforte

Leonardskirche Urkundliche Ersterwähnung 15.8.1219

Am 15.8.1219 schenkte der Stauferkönig Friedrich II. den Bürger der Stadt ein „aream unam seu curtem“ am „forum frumenti“, um dort eine Kapelle zu Ehren von Maria und Georg zu erbauen.

Durch die Bezeichnung „aream unam seu curtem“ für das Grundstück, vermuteten viele frühe Historiker dort die Pfalz von Karl dem Großen. Das mittellateinische „aream unam seu curtem“ kann mit einem „Grundstück/Reste/Ruinen eines Hofes (Hof im Sinne von Landgut/Fronhof/Königshof)“ übersetzt werden. Die Position am Ufer des Mains, das in der direkten Umgebung sehr viele alte Steingebäude standen, darunter östlich das erste Spital aus Stein und die beiden „Steinhäuser“, sowie die Größe, Alter und Besitzer der Umgebung, unterstützten diese Ansicht. Bei Kanalarbeiten wurden im späten 19. Jahrhundert Mauerreste und Torbögen um der Leonardskirche, Leonardspforte und dem Haus Altenburg ergraben. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schwenkte man, auf Grund der Grabungsfunde, in die Richtung das dort der Wirtschaftshof der Pfalz oder des Fiskalbezirks stand. Diese These wurde von der Bezeichnung „froum frumenti“ (Kornmarkt) und der Lage an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen Mainzergasse/Kornmarkt (Buchgasse), sowie der Lage am „Frachthafen“, gestützt.

Die Leonardskirche wird zur Zeit renoviert und es fanden intensive archäologische Arbeiten statt. Ob auch die Vorgeschichte der Kirche ergraben wurde ist noch nicht veröffentlich worden.

Ausführliche Informationen zur Kirche auf: https://de.wikipedia.org/…/Leonhardskirche_(Frankfurt_am_Ma…

Lit. I Nr. 44, Neu Leonardspforte 29 „Altenburg“ Urkundliche Ersterwähnung 1371

Im Jahre 1728 wollten zwei Frauen die Hausbesitzerin im Keller ermorden. Trotz der schweren Verletzung überlebte das Opfer den Angriff. Am 29.12.1730 wurden die beiden Täterinnen auf dem Rabenstein (Zimmerweg/Mainzer Landstraße) mit dem Schwert hingerichtet. Eine Magd die der Beihilfe beschuldigt wurde, bekam am folgenden Tag das Halseisen angelegt und wurde ausgepeitscht.

1908 eröffnete Friedrich Schuler die Wirtschaft „Zur alten Burg“ die nur wenige Jahre bestand.

Lit. I Nr. 45, Neu Leonardspforte 27 „Frankfurter Haus“ vormals ein Teil vom Haus „Altenburg“

1797 erhielt der Besitzer H. Hof die Gastgerechtigkeit und nannte es „Frankfurter Haus“. 1799 liess er 10 Bäder mit kalten und warmen Wasser einrichten. 1804 wurden auch im ersten Stock Bäder eingebaut. Bekannt war es als „das neue Badehaus am Leonardsthore“. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich noch ein Badehaus dort.

Die beiden Häuser auf dem Foto sind nicht die Gebäude die in den Urkunden des 14. Jahrhunderts genannt werden! Aus der ersten „Altenburg“ wurde durch eine Teilung das Haus „Altenburg“, „Frankenberg“ und „Bruneck“. Aus „Frankenberg“ und „Bruneck“ wurde später das „Frankfurter Haus“.

Lit. I Nr. 40, Neu Alte Mainzer Gasse 37 „Neuburgerhof“ Urkundliche Ersterwähnung 1335

Das Haus erhielt seinen Namen vermutlich durch das Kloster Nuwenburg (Neuburg oder Neuberg bei Windeck) das dort einen Hof unterhielt. Das auf dem Foto zu sehende Gebäude wurde laut einer Inschrift 1790 erbaut.

Lit. I Nr. 39, Neu Alte Mainzer Gasse 39„Haus Henrici de Dytzinbach“ Urkundliche Ersterwähnung 1344

Der einzig bekannte Hausname geht auf den Besitzer Heinrich von Dietzenbach zurück, der 1356 das Haus besaß und Vikar am Dom war.

Zwischen dem Haus Lit. I No. 40 und 39, verlief die schon im frühen 19. Jahrhundert geschlossene „Karmelitergasse“, die von den Alten Mainzer Gasse zum Main ging. Sie war die Verlängerung der heutigen Karmelitergasse, die bis in das 20. Jahrhundert die Bezeichnung „Ankergasse“ trug.

Lit. I Nr. 202, Neu Buchgasse 1 „Rheinischer Hof“ Urkundliche Ersterwähnung 1350

Auch der „Rheinischer Hof“, der auch „Hotel du Rhin“ genannt wurde, war nicht das in der Urkunde von 1350 genannt wird. Die Häuser die vor dem Bau des „Rheinischen Hofes“standen trugen die Namen Kreutzberg (Kreutzburg), Hartlieb, Spannheim, Schieferstein und auch Eselstall (eine Backstube).

Als „Rheinischer Hof“ ist im Jahre 1910 ein „Christliches Hospiz des evangelischen Vereins für innere Mission“ untergebracht und heute das Caritas Gelände.

Die Ecke Buchgasse 1 und Mainzergasse vom „Rheinischer Hof“ lag bis 1944 ca. 10 Meter östlicher als die heutige Buchgasse 1 und Mainzergasse. Straßenbreite der Buchgasse betrug vor 1944 ca. 10 Meter und bei der Mainzergasse bei ca. 5 Meter.

 

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