Häuser

Die Frankfurter Häusernamen nach Battonn und Reifenstein. Die Straßennamen und Hausnummern beziehen sich auf den Ravensteins Geometrischer Plan von Frankfurt 1862 (Siehe Karten). Die Listen sind noch unvollständig und werden in den nächsten Monaten ergänzt.

Johann Georg Battonn (* 14. Mai 1740 in Mainz; gestorben 21. April 1827 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Historiker und katholischer Priester.
Battonn war der Älteste Sohn des Mainzer Weißbierbrauers Damian Johann Georg Battonn (auch Bathon oder Bathong) und seiner Frau Anna Sophia geb. Balthes. Er wurde am 6. Dezember 1759 Kanonikus des Stiftes St. Bartholomäus in Frankfurt, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte. Seit 1760 wohnte er im Arnsburger Hof, in einem der Vikariehäuser, die zum Fronhof des Stiftes gehörten. 1802 wurde er letzter Kustos und letzter Archivar des am 19. Oktober 1802 säkularisierten und in den Besitz der Stadt gefallenen Stiftes. Seinen Lebensabend verbrachte er in Frankfurt.
Battonns bedeutendstes Werk ist die Oertliche Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main, eine Sammlung topographischer Informationen über alle Örtlichkeiten und Gebäude der alten Reichsstadt vom Ende des 18. Jahrhunderts. Obwohl das Werk nicht den heutigen  Maßstäben der Quellenkritik genügt, oder auch nur denen des 19.  Jahrhunderts, handelt es sich trotzdem um einen bedeutenden Meilenstein der Frankfurter Geschichtsschreibung, da es zum Teil auf Quellen  zurückgreift, die heute nicht mehr existieren (z..B. die Privatarchive  der katholischen Stifterfamilien).
Battonn konnte sein Werk nicht mehr herausgeben, da er im Alter erblindete. Er übergab seine Arbeiten an Johann Karl von Fichard zur Komplettierung und Herausgabe. Fichard starb jedoch selbst bereits  1829, bevor er diese Arbeit abschließen konnte. Aus seinem Nachlass  gelangte auch Battonns Topographie in den Besitz des Frankfurter Stadtarchivs.
Erst 1861 bis 1875 erschien die Oertliche Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main in sieben Bänden, herausgegeben vom Frankfurter Verein für Geschichte und Alterthumskunde.
Neben der Topographie stellte er eine Liste der Pröpste des Bartholomäusstiftes zusammen und verfaßte die Schrift Der Kaiserdom zu Frankfurt a.M., die 1869 postum von Ernst Kelchner herausgegeben wurde.
Quelle: Johann Georg Battonn, Ludwig Heinrich Euler (Hrsg.): Oertliche Beschreibung der Stadt Frankfurt am Main. in 7 Heften 1861 – 1875

Carl Theodor Reiffenstein (* 12. Januar 1820 in Frankfurt am Main; gestorben 6. Dezember 1893 ebenda) war ein deutscher Architektur- und Landschaftsmaler der Romantik. Seine Aufzeichnungen und Bilder sind die mit Abstand wertvollste Quelle für das Leben in der Frankfurter Altstadt im 19. Jahrhundert und der seitdem eingetretenen Veränderungen.
Zu Beginn von Reiffensteins künstlerischem Schaffen befand sich Frankfurt am Main gerade an der Schwelle zu einer Zeitenwende. Die Stadt dehnte sich in  die neuen, außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern gelegenen  Stadtviertel aus, während in der Altstadt viele traditionsreiche  Baudenkmäer verschwanden. Reiffenstein bedauerte nicht nur den Verlust  dieser “€žwahrhaften Schönheiten”, sondern beobachtete auch, wie  sehr sich dadurch die Sitten und Lebensgewohnheiten der Bewohner  wandelten: um 1830 erhielten die Häuser der Altstadt Wasserleitungen,  und es wurde aus hygienischen Gründen verboten, Vieh in der engen  Altstadt zu halten und zu schlachten. Diese Veränderungen empfand er als einen Verlust von Einfachheit und Natürlichkeit des Stadtlebens.
Ähnlich dem ab ungefähr Mitte der 1850er Jahre tätigen Fotografen Carl Friedrich Mylius zeichnete er unermüdlich die alten Gassen, Plätze, Brunnen, Tore und  Bürgerhäuser, oftmals nur Tage, bevor sie Neubauten und  Straßendurchbrüchen weichen mussten. In späteren Werken fällt auf, dass  er die Straßenszenen gerne seiner Idealvorstellung, also vor allem im  Zustand der Jahre seiner Kindheit in den 1820er und 1830er Jahren  wiedergab. Wo Umbauten historische Bauten bereits zerstört hatten, griff er auf alle ihm zur Verfügung stehenden Quellen zurück, um diese in  ihrem teils schon Jahrhunderte zurückliegenden €žOriginalzustände  bildlich zu rekonstruieren. Dies gelang aus heutiger Sicht oft, aber  nicht immer, ist jedoch von teils hohem dokumentarischen Wert, da er  sich wohl nicht selten auf Augenzeugenberichte älterer Bürger oder heute nicht mehr vorhandene Abbildungen stützen konnte.

Quelle: Carl Theodor Reiffenstein: Verzeichnis der Häusernamen in Frankfurt und Sachsenhausen
Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst  Bd. 1 (1860) S. 354-385