Die wichtigsten Chroniken Frankfurts

„Antiquitates quaedam civitatis et potissimum ecclesiae Francfordensis“ (Zeitraum Anfänge der Stadt bis 1576)

um 1562 in Latein von Johannes Steinmetz genannt Latomus, katholischer Geistlicher (*1524 in Frankfurt/M – † 1598 ebenda)

„Acta aliquot vetustiora in civitate Francofurtensi“ (Zeitraum Anfänge der Stadt bis 1524)

um 1582 in Latein von Johannes Steinmetz genannt Latomus, katholischer Geistlicher (*1524 in Frankfurt/M – †1598 ebenda)

Während die „Antiquitates“ nur für Mitglieder des Bartholomäusstift bestimmt waren, sollten die „Acta“ weiteren Kreisen dienen. Sie fanden schnelle Verbreitung und wurden, weil der Verfasser bei den Protestanten keinen Anstoß erregen wollte, mit der Reformation abgebrochen. Latomus hat zusammengetragen, was er in alten Geschichtswerken fand und was ihm aus dem Archiv seines Stiftes mitteilenswert erschien. Vgl.: Grotefend, H.: Quellen zur Frankfurter Geschichte. Bd. 1, Chroniken des Mittelalters (bearbeitet von R. Froning) Frankfurt a. M. 1884 (Sign.: FG 12/1 b), Die beiden Frankfurter Chroniken des Johannes Latomus und ihre Quellen Froning, Richard. (1882) – In: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst Ser. NF, Bd. 8 (1882) S. 233-318.

Fertig lesen: Die wichtigsten Chroniken Frankfurts

Frankfurter Chroniken von 1706 bis 1918

Achilles August von Lersner
Achilles August von Lersner

Gebhard Florian, Achilles August von Lersner: “Der Weit-berühmten Freyen Reichs-, Wahl- und Handels-Stadt Franckfurt am Mayn Chronica : Oder Ordentliche Beschreibung der Stadt Franckfurt“. 2 Bände, Frankfurt am Main 1706–1734
Band 1  Band 2

Fertig lesen: Frankfurter Chroniken von 1706 bis 1918

Frankfurter Peinliche Halsgerichtsordnung

Im Folgenden soll kurz das spätmittelalterliche Frankfurter Peinliche Halsgerichtsordnung dargestellt werden.

Auszüge aus den Waldgesetze um Frankfurt an der Grenze vom Mittelalter zur Neuzeit:

Auf das Schälen und Beschädigen der Bäume war in den Waldgesetzten der hohen Mark folgende Strafe gesetzt: „Es soll niemand Bäume schelen, wer es thut , dem soll man seinen Nabel aus seinem Bauch schneiden, und ihn mit demselben an den Baum nächlen und denselben Baumscheler um den Baum führen, so lang biß ihm seine Gedärme alle aus dem Bauch gewonnen sind.“

Nicht ganz so streng sind die Gesetze in der Dreieich: „Wo man eynen Drucker begriffe oder einen Hokkenjäger, dem sall man yglichen die rechte Hand abslahen, einem lauser den rechten Daumen, und waz in synem Huß were, unter den Schiffbalkenn daz sall eines Forstmeisters syn.“

unbenannt-1

Fertig lesen: Frankfurter Peinliche Halsgerichtsordnung

Frankfurter Handelswege

Nach Lerner, Franz: Frankfurt im Netz der Handelsstraßen, in: Brücke zwischen den Völkern – Zur Geschichte der Frankfurter Messe Band 2, Historisches Museum Frankfurt, Frankfurt, 1991, ISBN 3892820198, Seite 103-107

Vgl. dazu: Dietz, Alexander: Frankfurter Handelsgeschichte, Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Frankfurt/Main 1925, Verlag Detlev Auvermann KG, Glashütten im Taunus, 1970

Handelswege

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1b3_RIc1FT2RdIh2OplyDb8262Ig

 

 

 

Johann von Glauburg

Johann von Glauburg (* 9. Juni 1503 in Frankfurt am Main; † 22. Oktober 1571 ebenda) war ein Frankfurter Ratsherr, Diplomat und Förderer der Reformation. Er hatte mehrmals das Amt des Jüngeren und des Älteren Bürgermeisters inne und gilt als bedeutendster Vertreter der Patrizierfamilie Glauburg.

Glauburg war ein Sohn des Frankfurter Schöffen und Justitiars Dr. Johann von Glauburg zu Lichtenstein und seiner Ehefrau Margarethe geb. Hörngin von Ernstkirchen. Als sein Vater starb, übernahm Hamman von Holzhausen die Vormundschaft über Johann und schickte ihn gemeinsam mit seinem Sohn Justinian von Holzhausen zum Studium bei Martin Luther in Wittenberg. Johann und Justinian blieben ihr Leben lang enge Freunde.

1526 heiratete der nach Frankfurt zurückgekehrte Glauburg Anne Knoblauch (1503–1567). 1527 wurde er in den Rat aufgenommen, 1532 auch als Schöffe.

Glauburg wurde fünfmal zum Älteren Bürgermeister gewählt: 1537, 1542, 1547, 1552 und 1563. Zusammen mit Justinian von Holzhausen gehört er zu den bedeutendsten Frankfurter Politikern des 16. Jahrhunderts. Er verhandelte 1536 den Beitritt der Stadt zum Schmalkaldischen Bund und vertrat Frankfurt auf mehreren Reichs- und Städtetagen, darunter 1541 in Regensburg. Dort erwirkte er das kaiserliche Privileg zur Ablösung der Ewigen Zinsen, die die wirtschaftliche Entwicklung Frankfurts erheblich behindert hatten. 1542 bewirkte er die Säkularisation des Weißfrauenklosters.

Besonders während seiner Amtszeiten 1547 und 1552 bewies er sein diplomatisches Geschick. Im Schmalkaldischen Krieg 1546/1547 unterwarf sich die Stadt nach Verhandlungen, die Glauburg und Holzhausen geführt hatten, den kaiserlichen Truppen. Nach dem Augsburger Interim gab sie die seit 1530 evangelisch gewordenen Kirchen, darunter den Dom St. Bartholomäus als Ort der Kaiserwahl, an die katholische Kirche zurück. Im Gegenzug für diesen Treuebeweis bestätigte Kaiser Karl V. die Privilegien der Stadt, welche die Grundlage für den Wohlstand und die politische Bedeutung der Stadt bildeten, und ließ das lutherische Bekenntnis der Bürger unangetastet.

Aufgrund ihrer Kaisertreue wurde die lutherische Stadt während des Fürstenaufstandes im Juli 1552 drei Wochen lang durch protestantische Truppen unter Führung Moritz von Sachsens belagert und durch Truppen des katholischen Kaisers unter Führung des Obersten Konrad von Hanstein erfolgreich verteidigt. Glauburg war während dieser Zeit Bürgermeister der Stadt.

Mit dem Abschluss des Passauer Vertrages endete die Belagerung. Es war die größte militärische und diplomatische Leistung der Frankfurter Geschichte. Die Stadt hatte ihr lutherisches Bekenntnis und zugleich ihre Privilegien als Messeplatz und als Wahl- und Krönungsort der Römischen Kaiser erfolgreich verteidigt. Ab 1562 wurden fast alle Kaiser in Frankfurt nicht nur gewählt, wie schon zuvor üblich, sondern auch feierlich gekrönt.

Ab 1554 ließen sich zahlreiche wegen ihres reformierten Bekenntnisses verfolgte Niederländer und Engländer in Frankfurt nieder. Es kam zu Spannungen mit der orthodoxen lutherischen Geistlichkeit unter Führung Hartmann Beyers, in denen Glauburg sich für den Ausgleich zwischen den Konfessionen einsetzte. Als Schüler Luthers und Brieffreund Johannes Calvins strebte Glauburg eine Versöhnung der beiden evangelischen Bekenntnisse an. Wenngleich er dabei erfolglos blieb, fanden die Flüchtlinge in ihm doch einen Fürsprecher, der im wirtschaftlichen Interessenkonflikt zwischen den erfolgreichen Einwanderern und den alteingesessenen Kaufleuten und Zünften vermittelte.

Justinian von Holzhausen

Justinian von Holzhausen (* Oktober 1502 in Frankfurt am Main; † 9. September 1553 ebenda) war ein Frankfurter Ratsherr, Diplomat, Feldherr und Humanist. Er hatte mehrfach das Amt des Jüngeren und des Älteren Bürgermeisters inne.

Justinian von Holzhausen wurde im Oktober 1502 als jüngster Sohn des Frankfurter Patriziers und Ratsherrn Hamman von Holzhausen geboren. Seine Mutter war die Bürgerstochter Margarete Helle. Von den sieben Kindern überlebten außer Justinian nur die beiden älteren Schwestern Margaretha (* 1494) und Katharina (* 1495) das Kindesalter.

Seine Mutter starb, als er sechs Jahre alt war. Über seine Jugend ist nichts bekannt. Vermutlich wurde er, wie es in jener Zeit unter den Frankfurter Patrizierfamilien üblich war, von Hauslehrern erzogen. Wahrscheinlich besuchte er nicht mehr die von seinem Vater 1520 gegründete Städtische Lateinschule, hörte aber privatim die Vorlesungen des Rektors Wilhelm Nesen über Humaniora. Im April 1521 lernte er Martin Luther kennen, der auf der Reise zum Wormser Reichstag in Frankfurt Station machte.

Aufgrund der Eindrücke, die er von Nesen und Luther empfangen hatte, bezog er zusammen mit seinem Jugendfreund Johann von Glauburg von 1524 bis 1526 die Universität Wittenberg.

1528 heiratete er die Patriziertochter Anna von Fürstenberg (1510–1573). Justinian und Anna gehörten zu den ersten Patriziern, die offen ein Bekenntnis zur Reformation ablegten. Anna war 1527 Patin bei der ersten lutherischen Taufe in Frankfurt am Main gewesen. Das Ehepaar hatte elf Kinder, von denen neun die Kindheit überlebten und sechs eigene Familien gründeten. Die sechs Söhne trugen alle klassisch-antike Namen: Trajan, Justinian, Achilles, Johann Hector, Hieronymus Augustus und Julius.

Justinian besaß eine für die damalige Zeit ungewöhnlich große Bibliothek. Zu dem Freundeskreis von Humanisten, den er auf seinem Landgut, der Holzhausen-Oede im heutigen Frankfurter Holzhausenpark, versammelte, zählten neben anderen Patriziern wie Johann von Glauburg, Daniel zum Jungen und Georg Weiß von Limpurg auch der Jurist Johann Fichard, Philipp Melanchthon, der 1539 in Frankfurt weilte, und Jakob Micyllus.

Justinians politische Laufbahn führte ihn bis in die höchsten städtischen Ämter. 1529 wurde er Ratsherr als Mitglied der Patriziergesellschaft Alten Limpurg, der mächtigsten Bank im Frankfurter Rat. 1534 wurde er jüngerer Bürgermeister, 1537, nach dem Tod seines Vaters, Schöffe. Das Amt des Älteren Bürgermeisters hatte er 1538, 1543 und 1549 inne.

Bedeutender als die nach innen gerichteten Ämter waren jedoch seine Funktionen als Diplomat. Er vertrat die Stadt als Gesandter auf den Reichstagen zu Speyer (1531 und 1542), Worms (1535) und Nürnberg (1542). 1537 unterzeichnete er als Vertreter der „Freien- und Reichsstadt Frankfurt am Main“ auf dem Schmalkaldischen Bundestag die Schmalkaldischen Artikel, womit sich Frankfurt der Confessio Augustana anschloss.

1546 wurde Frankfurt im Schmalkaldischen Krieg durch ein kaiserliches Heer unter General Graf Maximilian von Büren bedroht. Der Rat erkannte, dass die Stadt nicht militärisch gegen den Kaiser zu verteidigen war und verlegte sich auf die Diplomatie. Justinian und Johann von Glauburg wurden als Emissäre ins kaiserliche Feldlager bei Groß-Gerau entsandt, um über die Kapitulation der Stadt zu verhandeln. Indem die lutherische Stadt Frankfurt am 29. Dezember 1546 den Truppen des katholischen Kaisers Karl V. ihre Tore öffnete, sicherte sie ihre kaiserlichen Privilegien, die Grundlage für den Wohlstand und die politische Bedeutung der Stadt bildeten. Dafür opferte sie auch ihre lutherische Bundestreue.

Während des Winters 1546/47 hatte die Stadt eine kaiserliche Besatzung von 5000 Mann zu beherbergen und gleichzeitig mit enormen Kontributionszahlungen den Kaiser von ihrer tätigen Reue zu überzeugen. Die Hoffnung auf einen Sieg der lutherischen Fürsten schwand spätestens nach der Schlacht bei Mühlberg am 24. April 1547.

In der Zeit nach Karls Sieg, besonders nach dem Augsburger Interim (1548), war es erneut dem diplomatischen Geschick Justinians zu verdanken, dass die Stadt nicht in konfessionellem Hader versank. Gegen den Widerstand der lutherischen Geistlichkeit, vor allem Hartmann Beyers, setzte Justinian den Vollzug des Interims durch. Die drei Stiftskirchen St. Bartholomäus, Liebfrauen und St. Leonhard, wurden den Katholiken zurückgegeben, ebenso wie das Dominikanerkloster und das Karmeliterkloster. Justinian verwarnte die Geistlichen, dem Interim entsprechend zu predigen und drohte ihnen Konsequenzen an, falls sie sich weigern sollten.

Die Kaisertreue, verbunden mit ihrer finanziellen Großzügigkeit, bewirkte, dass sich die Stadt keinen weiteren kaiserlichen Repressalien unterwerfen musste. Vielmehr begegnete der Kaiser dem lutherischen Patrizier mit Respekt, indem er ihm 1550 einen kaiserlichen Schutz- und Wappenbrief ausstellen ließ.

1552 bestand Justinian seine ernsteste Bewährungsprobe, als zum diplomatischen auch noch sein militärisches Geschick erprobt wurde. Die protestantischen Fürsten unter der Führung Moritz’ von Sachsens hatten sich im Fürstenaufstand gegen den Kaiser erhoben und belagerten im Juli drei Wochen lang die lutherische Stadt Frankfurt, die von katholischen Truppen unter Führung des Obersten Konrad von Hanstein verteidigt wurde. Erst der Passauer Vertrag vom 29. Juli 1552 beendete die Belagerung.

Es war die größte militärische und diplomatische Leistung der Frankfurter Geschichte. Die Stadt hatte ihr lutherisches Bekenntnis und zugleich ihre Privilegien als Messeplatz und als Wahl- und Krönungsort der Römischen Kaiser erfolgreich verteidigt. Ab 1562 wurden fast alle Kaiser in Frankfurt nicht nur gewählt, wie schon vorher üblich, sondern auch feierlich gekrönt.

Justinian starb am 9. September 1553 mit 51 Jahren. Wie schon sein Vater Hamman wurde er in der Familiengrabstätte in der Peterskirche beigesetzt. Sein Epitaph ist seit dem Abbruch der alten Peterskirche 1894 verschollen, es existiert jedoch ein Abbild aus dem 17. Jahrhundert im Epitaphienbuch der Familie Holzhausen, das sich im Institut für Stadtgeschichte befindet.

Hans Fyoll

Hans Fyoll (auch: Fyol, Viol) (* 1460 in Frankfurt am Main; † 1531 ebenda) war ein deutscher Maler.

Fyoll war ein Sohn Conrad Fyolls und Enkel Sebald Fyolls in Frankfurt am Main. 1469 starb seine Mutter, 1477 wird er als Gehilfe seines Vaters bei Restaurierungsarbeiten am Römer erwähnt, der 1486 starb. 1487 erwarb er das Frankfurter Bürgerrecht. Er wohnte ab 1488 im Haus Leitrechen in der Fahrgasse (Nr. 102, im Zweiten Weltkrieg vernichtet). Der Bezug des Hauses mag anlässlich der Hochzeit mit seiner Frau Magarethe von Buchenau erfolgt sein, die 1492 das erste Mal Erwähnung findet.

Ab 1500 häufen sich Einträge gegen ihn in den Gerichtsbüchern, die zusammenfassend folgern lassen, dass Fyoll weit über seine Verhältnisse lebte. Die Klagen beziehen sich nämlich nicht nur auf ausstehende Rechnungen für Heim, Hof und Malutensilien, sondern auch auf Luxusgüter wie etwa teure Stoffe. Dies wird noch durch die Bedebucheinträge dieser Zeit bestätigt, nach denen Fyoll oftmals keine oder nur sehr wenig Steuern zahlte, obgleich er über ein regelmäßiges Einkommen verfügte.

1521 starb seine erste Frau, die ihm einen Sohn namens Hans, der später Vikar an St. Bartholomäus wurde, sowie die Töchter Anna und Kunigunde geschenkt hatte. Noch im selben Jahr heiratete er die Witwe Margarethe, die drei Kinder in die Ehe brachte. Wie ein Testament der Ehegatten von 1523 verrät, war Fyolls zweite Frau offenbar besser gestellt und besaß neben größerem Hausrat auch Äcker und Wiesen bei Reifenberg im Taunus. Als er Anfang 1531 starb, hatte sich dennoch weder seine finanzielle Situation merklich gebessert noch war die Zahl seiner gerichtlichen Auseinandersetzungen merklich gesunken.

1499 schuf Fyoll die Tafel mit Christus am Kreuz, die über dem Eingang zur Ratsstube hing. 1500 gestaltete er den Neubau des Barfüßerklosters mit Wandmalereien und Weißbinderarbeiten und schuf für dasselbe Kloster ein Sippenbild. Der ihm früher zugeschriebene Sippenaltar im Historischen Museum stammt dagegen nicht sicher von ihm. Er ist zwar mit H. F. signiert, und auch ein 1496 im Selbstbildnis des Meisters von Frankfurt, wie man den Künstler des Altars hilfsweise bezeichnet, angegebenes Geburtsjahr würde mit dem Fyolls übereinstimmen. Da der Altar jedoch, wie üblich, von einem frommen Privatmann bezahlt wurde, lässt sich keine urkundliche und somit seriöse Zuschreibung treffen.

Fyoll war der Lehrer Conrad Fabers, der 1526 als sein Geselle und bereits erfolgreicher Porträtist bei ihm Erwähnung findet. Aus erhaltenen Urkunden geht hervor, dass er eine große Werkstatt für Kirchenbilder führte. Ihm ist jedoch kein heute erhaltenes Werk mit Sicherheit zuzuschreiben.

Claus Stalburg, genannt der Reiche

Claus Stalburg, genannt der Reiche (* 1469 in Frankfurt am Main; † 15. November 1524 ebenda), war ein Frankfurter Patrizier und Ratsherr. Er galt als der reichste Frankfurter Bürger seiner Zeit und war mehrmals Jüngerer und Älterer Bürgermeister seiner Heimatstadt.

Claus Stalburg wurde 1469 als Sohn des Kaufmannes Claus Stalburg (1428–1474) und seiner Frau Margarethe, geb. von Ergersheim († 1479) geboren. Dem Erbe seines Vaters konnte er noch die Geschäftsanteile seines Onkels Crafft Stalburg, seines Stiefvaters sowie die Mitgift seiner Frau hinzufügen, so dass er bei seinem eigenen Tod das für die damalige Zeit sehr große Vermögen von 45 000 Gulden hinterließ.

1497 trat er in den Rat der Stadt ein. 1505 und 1514 wurde er jüngerer Bürgermeister, 1521 älterer Bürgermeister. Seit 1516 war er zudem Schöffe.

1499 heiratete er Margarethe vom Rhein (1484–1550), mit der er 14 Kinder hatte. Stalburg besaß zahlreiche Häuser und Ländereien in Frankfurt und Umgebung, darunter den von ihm errichteten neuen Familiensitz, die Große Stalburg am Kornmarkt in der Altstadt. Hierfür hatte er 1496 vier ältere Häuser gekauft und abreißen lassen. Es war das prächtigste steinerne Patrizierhaus der Gotik in Frankfurt, noch vor dem bis heute erhaltenen Steinernen Haus oder dem Leinwandhaus. Seine Nachfahren verkauften es 1789 an die reformierte Gemeinde. Es wurde abgerissen und an seiner Stelle die deutsch-reformierte Kirche erbaut.

Er besaß darüber hinaus weitere Häuser, darunter das noch heute bestehende Haus Wertheym am Fahrtor und die Stalburger Oede – ein Landhaus an der Eckenheimer Landstraße.

Stalburg war ein Anhänger des Humanismus und der Reformation. Er stand in vertrauensvollem Kontakt zu Philipp Melanchthon und ließ seine Söhne Claus (1501–1574) und Crafft (1502–1572) von dem Humanisten Wilhelm Nesen, dem ersten Rektor der 1520 gegründeten städtischen Lateinschule, erziehen. Der Übergang zur Reformationszeit lässt sich an Stalburgs Testamenten nachverfolgen: In seinem ersten Testament von 1501 setzte er noch zahlreiche Legate für die Frankfurter Kirchen und Klöster aus. 1518 erneuerte er sein Testament, in dem er nur noch dem Karmeliterkloster eine Summe von 10 Gulden vermachte. Zum Karmeliterkloster hatte er zeitlebens eine besondere Beziehung. 1514 beauftragte er Jörg Ratgeb, ein großes Wandgemälde im Kreuzgang des Klosters auszuführen. Das Bild sollte als Epitaph für die Familiengrabstätte der Stalburgs dienen. Es stellte die Anbetung der Könige dar, wobei Stalburg sich als einer der drei Könige porträtieren ließ. Dieses Gemälde wurde um 1880 für einen Tordurchbruch zerstört, als das Karmeliterkloster zeitweilig als Feuerwache diente.

Stalburg starb am 15. November 1524 in Frankfurt am Main. Er wurde im Karmeliterkloster beigesetzt. Nach ihm ist eine Straße im Frankfurter Stadtteil Nordend auf dem ehemaligen Gelände der Stalburger Oede benannt.

Sein 1504 entstandenes Stifterbild befindet sich zusammen mit dem Bild seiner Frau heute im Frankfurter Städel. Es handelt sich um die ältesten lebensgroßen Stifterbilder der deutschen Malerei. Der unbekannte Meister, auch „Meister der Stalburg-Bildnisse“ genannt, ist dem Umkreis von Hans Holbein d.Ä. zuzuordnen, der um 1500 am Dominikanerkloster wirkte.

Hamman von Holzhausen

Hamman von Holzhausen, (* 14. September 1467 in Frankfurt am Main; † 30. Oktober 1536 ebenda) war ein bedeutender Frankfurter Patrizier und Ratsherr. Er hatte mehrfach das Amt des Älteren Bürgermeisters der Freien Reichsstadt Frankfurt inne und galt als Förderer der Reformation und des Humanismus.

Hamman von Holzhausen wurde am 14. September 1467 in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern waren Johann zum Goldstein von Holzhausen († 1474) und Katharine Schwarzenberg († 1498).

Er studierte ab 1480 Rechte an der gerade gegründeten Universität Tübingen, danach in Leipzig und Erfurt. Nach einer ausgedehnten Bildungsreise nach Italien kehrte er 1491 in seine Heimatstadt zurück, wo er 1493 Ratsherr und 1499 Schöffe wurde. 1507, 1518, 1523 und 1530 bekleidete er für jeweils ein Jahr das Amt des Älteren Bürgermeisters.

1519 berief er den Humanisten Wilhelm Nesen nach Frankfurt und veranlasste die Gründung einer Lateinschule für die Söhne der Patrizierfamilien, deren erster Rektor Nesen wurde. Aus dieser Schule ging später das städtische Gymnasium hervor.

1522 lud er als Patron des Katharinenklosters den Luther-Schüler Hartmann Ibach aus Marburg nach Frankfurt ein, um die ersten reformatorischen Predigten in der Katharinenkirche zu halten. In den Folgejahren vertrat er die Stadt auf den Reichstagen in Nürnberg und Speyer. 1523/24 predigte Dietrich Sartorius auf seine Einladung hin an St. Bartholomäus und St. Katharinen.

1491 heiratete er die Bürgerstochter Margarete Helle. Sie war eine Tochter des Juristen Georg von Helle, der als kurmainzischer Kanzler und Günstling Kaiser Friedrichs III. der Familie Holzhausen den Zugang zu den führenden Kreisen des Reiches erschloss. Mit ihr hatte Hamman sieben Kinder, von denen drei das Kindesalter überlebten: Margaretha (* 1494), Katharina (* 1495) und Justinian von Holzhausen (* 1502). Margarete von Holzhausen starb 1506 mit kaum 30 Jahren.

Hamman von Holzhausen starb am 30. Oktober 1536 in seiner Heimatstadt und wurde in der Peterskirche begraben.

Hamman von Holzhausen war einer der größten und angesehensten Staatsmänner der Frankfurter Geschichte. Obwohl selbst ein entschiedener Befürworter der Reformation, konnte Hamman durch sein besonnenes Auftreten maßgeblich dazu beitragen, dass die Reformation in Frankfurt nicht im Konflikt mit dem Kaiser und dem Erzbischof und Kurfürsten von Mainz endete, welcher die Pfarr-Rechte in Frankfurt besaß. Seine diplomatischen Fähigkeiten zeigten sich auch 1525 beim Aufstand der Zünfte gegen den Rat, als er eine vermittelnde Rolle übernahm.