Frankfurter Handelswege

Nach Lerner, Franz: Frankfurt im Netz der Handelsstraßen, in: Brücke zwischen den Völkern – Zur Geschichte der Frankfurter Messe Band 2, Historisches Museum Frankfurt, Frankfurt, 1991, ISBN 3892820198, Seite 103-107

Vgl. dazu: Dietz, Alexander: Frankfurter Handelsgeschichte, Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Frankfurt/Main 1925, Verlag Detlev Auvermann KG, Glashütten im Taunus, 1970

Handelswege

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Die Veränderungen in Merians Vogeschaupläne von Frankfurt.

1. Ausgabe 1628

Unten Links in der Kapsel die Jahreszahl: MDCXXVIII (1628) und unten Rechts 1628 in deutschen Ziffern.

1628
1628

2. Ausgabe 1636
Bastionen sind fertig!

Unten Links in der Kapsel und unten Rechts ist die Jahreszahl gegen 1632 ausgetauscht. Kapsel Links leicht versetzt.
Windrose neben das Fischerfeld versetzt.
Statt des überbauten Brückenturms sind die beiden Mühlen getrennt.

1636
1636

3. Ausgabe 1682

Die drei Inseln oberhalb der Brücke sind jetzt zusammengezogen und eine Schanze darauf angelegt.
Die Schrift unterhalb des Affentors ist heraus poliert

Originalschrift (1628) lautet:

„Matthäus Merianus Basileensis, Civis et Calcographus
Francofurtensis mensus est , delineauit expressit, cae-
lauit, iurisq publici fecit, Anno
1628.“

Veränderung:

„Matthäus Merianus Basileensis, Civis et
Calcographus Francofurtensis mensus est, delineauit ex-
pressit caelauit iurisq publici.“

Die Insel am Schneidwall ist durch geradlinige Böschung abgeschanzt und mit Palisaden besetzt, ferner fehlt an dem langen Haus auf derselben das kleine Quergebäude. Schrift Mühle fehlt und ein kleines, schlecht gestochenes, Häuschen.
Das Galgentor ist hinein gesetzt nebst der Brücke.
Die Mauer an der schönen Aussicht ist angelegt.
Die Katharinenkirche ist heraus poliert und neu eingesetzt.
Der Turm auf der Barfüßerkirche ist her auspoliert und neu eingesetzt.
Das überbaute Tor auf der alten Brücke ist her auspoliert und statt dessen sind die beiden Brückenmühlen hineingesetzt.
Die kleine Mühle oberhalb der Brücke auf dem Wehr fehlt.
Das rothe Haus auf der Zeil ist hineingestochen.
Die Spitze des Turms am Schaumaintor fehlt.
Das Wehr bei Sachsenhausen mit der Mühle ist hineingestochen.
Das Zeughaus und die Gebäude im Rahmhof sind hineingestochen.

Ca. 1680
Ca. 1680

4. Ausgabe ungefähr 1761
Der alte Darmstädter Hof ist her auspoliert und der neue hineingesetzt.
Der Bau am Waisenhaus ist hineingestochen.
Die Katharinenpforte fehlt.
Die alte Hauptwache ist her auspoliert und die neue hineingesetzt.
Der römische Kaiser ist neu.
Die Jassoy Apotheke auf der Allerheiligengasse/Tanzplan (Lit. B242/Allerheiligengasse 78) ist neu.
Die Schiffsmühlen auf dem Main sind neu.
Die beiden Häuser neben dem rothen Haus nach der Hauptwache hin neu.

Ca. 1770
Ca. 1770

5. Ausgabe ungefähr 1766
Der Brückenturm Sachsenhausen fehlt.
Die Bornheimerpforte fehlte.
Der Gang von dem Versorgungshaus nach dem Waisenhaus ist neu.
Das rothe Haus ist wegpoliert und das neue ist eingefügt.
Die Bastionen vor dem Affentor links fehlen.
Rings um die Wälle sind Bäume eingestochen.
Die Namen und Schrift nebst Jahreszahl fehlt ganz.
Die Befestigung am Schaumaintor ist erneut geändert.

Große Darstellungen der Karten: 1628, 1636, 1680, 1770

Quellen:

Reiffenstein, Carl Theodor: Ueber den ursprünglichen Stich und die allmählingen Abänderungen der Platten des Merian´schen Plans der Stadt Frankfurt a. M.,
in: Frankfurter Verein für Geschichte und Landeskunde (Hrsg.): Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst (AFGK) Band 5, Frankfurt, 1853, Seite 125 – 131

Gwinner, Dr. Ph. Friedrich: Kunst und Künstler in Frankfurt am Main vom dreizehnten Jahrhundert bis zur Eröffnung des Städel´schen Kunstinstitut, Verlag Joseph Baer, Frankfurt, 1862, Seite 150 – 155

Alle Angaben ohne Gewähr. Beitrag wird ständig überarbeitet. Stand: 2.7.2016

Merians Dedizierung eines Kupferstiches an den Senat von 1628.

Plan von 1628
Plan von 1628

E. E. unndt F. W. gebe ich Matthaeus Merian Kupfer unndt Kunststecher unndt Bürger allhie inn Underthenigkeitt hiermit zu vernehmen, wie dass zuvorderst EEFW alss meiner viel unndt grossgünstigen lieben Oberkeyt, daun auch einer ehrnlöblichen gantzer Burgerschafft allhie zu Ehren ich mit sonderem Fleyss undt (sic!) Mühe diese Kaysserliche unndt des Heyligen Reichss Freye weitt berühmdte Wahl unndt Handelssstatt Franckfurth am Mayn ab gebildet, auffgerissen unndt in Grunndt gelegt unndt mit allen ihrem Platzen, Gassen unndt Gebäuwen, wie dieselbe heutiges Tages stehet, inns Kupffer (sic!) gebracht unndt zum Truck verfertiget habe, wie auss gegenwerttiger Mappe zu sehen.

Weill dann EEFW unlangsthin auff mein undertheniges Ahnsuchen umb die Burgerschafft diesser Statt mir grossgünstig willfahret unndt mich zu dero Burger admittiret, ahn unndt auffgenommen, ich auch die Zeitt hero unter deroselben Obrigkeittlichen Schutz unndt Schirm mich wohl unndt dahero zu schuldiger Danckbarkeitt höchlich obligiert unndt verpflichtet befunden.

Alss habe deroselben EEFW wie auch einer gantzen ehrliebeoden Burgerschafft dieser Statt Franckfurth ich zu Bezeygung inn ettwas meines underthenigen schuldigen gehorsamen Dienstes Willfährigkeitt, Danckbarkeytt und (sic!) Wohlmeynung, diesses Werck inn aller Underthenigkeitt dediciren unndt zueschreiben wöllen mit gantz undertheniger hochfleyssiger Bitte EEFW wöllen diesses Werck von mir grossgunstig auff- unndt ahnnehmen, zum besten verstehen unndt Ihnen mich dero underthenigen treuwen Burger zur jeder Zeitt inn Grossgunsten befohlen und (sic!) commendiret sein lassen.

Unndt thue hiemit EEFW Gottes des Allmächtigen vätterlichen Schutz unndt Obacht zu dero erwundtschter beharrlicher Leibssgesundtheitt unndt Wohlfahrt, gluck- unndt friedlicher Regierung unndt allen politischen Wohlstandt treuwlich Innhaber dero Grossgunsten underthenig empfehlen.

E.E.F.W.

undertheniger treuwilliger

gehorsamer Burger

Matthaeus Merian“

Auf dieses Gesuch erging am 4 September 1628 der Ratsbeschluss:

Als Matthes (sic!) Merian, Burger und Kupfferstecher, diese Statt in Kupfer gestochen unnd solche einem E. Raht dedicirt: soll man ihme vierundzwanzig Thaler verehren lassen,“

 

Rechenmeister Buch vom 13 September:

Matthaeo (sic!) Merian Kupferstechern und Burger alhre verehrt mann wegen Dedicirung diesser statt Contrafactur, so er in Kupfer gestochen, vermög 4 Septembers jüngst ergangenen Raths-Decreit von 24 Reichsthalern zu 90 Cr = 36 fl.“

Quelle: Rudolf JUNG, Die erste Ausgabe von Merians Stadtplan 1628, in: AFGK 26, 1901, S. 308-310, Ratssupplikationen 1628 September 4

 

Stadtpläne der 1840er Jahre

Beide zeigen das gleiche Kartenbild, den gleichen Planausschnitt und einander sehr ähnliche Stadtansichten am unteren Bildrand. Der erste Plan trägt keine Angaben zum Herausgeber, aber das Erscheinungsjahr 1845. Der zweite Plan trägt den Hinweis published under the Superintendence of the Society for the Diffusion of useful knowledge („herausgegeben unter Aufsicht der Gesellschaft zur Verbreitung nützlichen Wissens“) und eine Verlegeradresse in London, aber keine Ausgabejahr. Im Gegensatz zum ersten Plan ist hier jedoch der Bahnhof der 1848 eröffneten Main-Neckar-Bahn verzeichnet, nicht jedoch der der 1850 eröffneten Main-Weser-Bahn, sodaß man auch diesen Plan recht genau datieren kann.
Fertig lesen: Stadtpläne der 1840er Jahre